Zeittafel der Quadratestadt

1900 - 1994

 

1900
Die schweizerische Brown, Boveri & Cie. KG verlegt ihre deutsche Niederlassung von Frankfurt nach Mannheim, nachdem sie 1898 von der Stadt den Auftrag zum Bau des Elektrizitätswerks erhalten hatte. Nach der Fusion mit der schwedischen ASEA (1987) gehört BBC Mannheim zum ABB-Konzern. Der "Gewerbeverein und Handwerkerverband" gründet die Mannheimer Gewerbebank eGmbH (heute Volksbank Mannheim eG). Alfred Kander gründet das erste Warenhaus.
 
1901
Die Handwerkskammer Mannheim wird gegründet.
 
1903
Die Festhalle Rosengarten wird eingeweiht.
 
1905
Der Verkehrsverein wird gegründet.
 

1907

thumb_wasserturm
Mannheim feiert sein 300jähriges Stadtjubiläum. Die Kunsthalle, ein Bau des Karlsruher Architekten Hermann Billing, wird eröffnet. Großherzog Friedrich I. von Baden weiht den Industriehafen ein. Die Handelshochschule nimmt ihren Lehrbetrieb auf; die aus ihr hervorgegangene Wirtschaftshochschule wird 1967 zur Universität erhoben.
 
1909
Aus der Firma Soff und Reichenberg von 1903 geht die Estol AG hervor, die 1928 in der Margarine-Union GmbH aufgeht (heute Union Deutsche Lebensmittelwerke GmbH).
 
1910
Die Gartenvorstadt-Genossenschaft Mannheim konstituiert sich; sie errichtet vor dem 1. Weltkrieg die Gartenstadt auf dem Waldhof.
 
1911
Kunsthallendirektor Fritz Wichert gründet den Freien Bund zur Einbürgerung der bildenden Kunst. Karl Lanz und der Ingenieur Johann Schütte schließen einen Vertrag mit dem Ziel, ein Luftschiff nach Plänen Schüttes zu bauen. Am 17. Oktober startet das Luftschiff SL I von Rheinau zum ersten Probeflug. Bis 1918 werden im Auftrag von Heer und Marine 22 Luftschiffe gebaut.
 
1912
Die Hauptfeuerwache am Neckar wird ihrer Bestimmung übergeben. Nach Auszug der Feuerwehr (1975) befindet sich heute in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ein Kulturzentrum.
 
1915
Die Stadt erlebt erste Luftangriffe, die sich im Verlauf des 1. Weltkriegs verstärken.
 
1918
Ein Arbeiter- und Soldatenrat bildet sich, kann jedoch nur kurze Zeit größeren Einfluß ausüben. Mannheim wird infolge der französischen Besetzung des linksrheinischen Gebiets Grenzstadt; der Übergang über die Rheinbrücke wird von französischem Militär kontrolliert.
 
1919
Während der Unruhen proklamiert ein Revolutionärer Arbeiterrat die süddeutsche Räterepublik. In den Jahren bis 1923 kommt es immer wieder zu schweren innenpolitischen Auseinandersetzungen und Arbeitskämpfen.
 
1920
Das 1912 begonnene Hallenbad (Herschelbad) in U 3 wird eröffnet.
 
1921
Fritz Huber konstruiert bei der Firma Lanz den ersten Rohölschlepper, den sogenannten Lanz-Bulldog. Die Großkraftwerk Mannheim AG wird gegründet.
 
1922
Das seit 1913 erbaute Städtische Krankenhaus am Neckar wird eingeweiht; seit 1969 ist es als Fakultät für klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg angeschlossen.
 
1923
Wegen des Streits über die deutschen Reparationsleistungen besetzen französische Truppen die Häfen, das Schloß und weitere Teile der Stadt (bis 1924).
 
1924
Eine lokale Organisation des der SPD nahestehenden politischen Kampfverbands "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" zum Schutz der Republik gründet sich.
 
1925
Die von Gustav Hartlaub geleitete Kunsthalle zeigt die Ausstellung "Neue Sachlichkeit", die einer bedeutenden Kunstrichtung der zwanziger Jahre den Namen gibt.
 
1926

Die Gemeinnützige Baugesellschaft wird gegründet. Der Flughafen Mannheim-Ludwigshafen-Heidelberg bei Neuostheim wird dem Verkehr übergeben. Im Telegraphenamt in der Villa Lanz wird ein "Rundfunkbesprechungsraum" eingerichtet.

 

Die Firmen Benz & Co. und Daimler, die 1924 eine Interessengemeinschaft gebildet hatten, schließen sich zur Daimler-Benz AG zusammen. Mannheims Einwohnerzahl überschreitet 250.000.

 

1927
Das erste kommunale Planetarium und die Sportanlage an der Rennwiese werden eingeweiht. Der erste Abschnitt des Neckarkanals wird für die Schiffahrt eröffnet.
 
1928
Mit Hermann Heimerich wird erstmals ein Sozialdemokrat zum Oberbürgermeister gewählt. Hitler spricht auf einer Kundgebung im Nibelungensaal.
 
1930
Mit Friedrichsfeld und Seckenheim ist der Prozeß der Eingemeindungen abgeschlossen.
 
1933
Mannheim, wo die Nationalsozialisten selbst bei der bereits durch Terror geprägten Reichstagswahl vom 5. März mit 35,5 % deutlich in der Minderheit bleiben (SPD 22,1 %, KPD 19 %), wird dennoch "gleichgeschaltet". Politische Gegner, besonders Kommunisten und Sozialdemokraten, werden aus ihren Ämtern entlassen, verlieren ihren Arbeitsplatz und werden grausam verfolgt. Gegen jüdische Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte hetzen die Nationalsozialisten zum Boykott auf; jüdische Beamte, Lehrer und Richter werden entlassen. Dennoch bleibt die Stadt ein Zentrum des Widerstands, insbesondere der Arbeiterbewegung
 
1935
Die Reichsautobahnstrecke Heidelberg-Mannheim-Darmstadt wird dem Verkehr übergeben.
 

1938

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In der sogenannten "Reichskristallnacht" wird die Synagoge in F 2 verwüstet, weitere Einrichtungen der jüdischen Gemeinde, Wohnungen und Geschäfte von Juden werden bei dem Pogrom zerstört und geplündert.
 
 
1940
Fast 2.000 Mannheimer Juden werden in das Internierungslager Gurs (Frankreich) deportiert. Viele werden von dort in die Vernichtungslager des Ostens verschleppt und ermordet.
 
1942
Die Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter wird von der Gestapo entdeckt; 19 der Verhafteten werden hingerichtet, drei kommen im Gefängnis um.
 

1943

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Bei dem bis dahin schwersten Luftangriff in der Nacht des 5./6. September werden rund 6000 Gebäude zerstört, mehr als ein Viertel der Bevölkerung wird obdachlos, 414 Tote sind zu beklagen.
 
 
1945
US-Truppen besetzen die Stadt (29. März). Die amerikanische Militärregierung setzt Josef Braun als Oberbürgermeister ein, der dieses Amt bis 1948 innehat.
 
1946
Als erste der von der Wehrmacht 1945 gesprengten Brücken wird die Friedrich-Ebert-Brücke über den Neckar wiederhergestellt.
 
1948
Die anstelle der Behelfsbrücke neuerbaute Rheinbrücke wird für den Verkehr freigegeben, nachdem bereits 1946 eine Eisenbahnbrücke in Betrieb genommen worden war.
 
1949
Der Gemeinderat beschließt einen Generalbebauungsplan als Grundlage für den Wiederaufbau. Der VfR Mannheim wird Deutscher Fußballmeister.
 
1951
Die Mehrheit der Wähler (63 %) stimmt für die Bildung des Landes Baden-Württemberg.
 
1952
Die erste Mannheimer Kultur- und Dokumentarfilmwoche (seit 1961 Internationale Filmwoche Mannheim, seit 1994 Internationales Film-Festival Heidelberg-Mannheim) findet statt.
 
1953
Die Bibliographisches Institut AG (Duden-Verlag) verlegt ihren Sitz von Leipzig nach Mannheim. Nach der Fusion mit dem Brockhaus-Verlag (1984) firmiert das Unternehmen als Bibliographisches Institut + F. A. Brockhaus AG.
 
1954
Der Gemeinderat beschließt anläßlich der 175-Jahr-Feier des Nationaltheaters die Stiftung des Schillerpreises. Er ist seit 1975 mit 25.000 Mark dotiert.
 

1957

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Der Neubau des Nationaltheaters auf dem Goetheplatz wird eingeweiht; bei einer Generalrenovierung 1992-94 wird ein zweiter Bühnenturm (für das Schauspielhaus) errichtet.

 

Swansea und Mannheim begründen eine Städtepartnerschaft. Es folgen 1959 Toulon, 1980 Windsor (Kanada), 1988 Riesa (DDR), 1989 Kischinjow (UdSSR; heute (Chisinau. Moldawien) und 1991 Bydgoszcz (Polen).

 

1960
Bibliographisches Institut AG und Stadt stiften gemeinsam den Konrad-Duden-Preis. Er ist seit 1981 mit 15.000 Mark dotiert.
 
1961
Die Erdölraffinerie Mannheim GmbH wird gegründet, die 1964 auf der Friesenheimer Insel ihre Produktion aufnimmt.
 
1964

Der Ölhafen wird eröffnet.

Der Grundstein für den neuen Stadtteil Vogelstang wird gelegt, 1987 leben dort rund 15.000 Einwohner.

Das Institut für deutsche Sprache wird gegründet.

 

1968
Der Containerterminal im Mühlauhafen wird als erste derartige Einrichtung in einem Binnenhafen in Betrieb genommen.
 
1971
Die 1899 gegründete, seit 1934 städtische Hochschule für Musik wird vom Land Baden-Württemberg übernommen. Die Staatliche Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim erhält 1991 im ehemaligen Siemenshaus in N 7 ein neues Domizil .
 
1972
Mit der Kurt-Schumacher-Brücke, einer 434 m langen Hängekonstruktion an einem 84 m hohen Pylon, wird ein zweiter innerstädtischer Rheinübergang geschaffen.
 
1974
Die Stadtwerke (SMA) und die Verkehrsbetriebe (MVG) werden als Aktiengesellschaften in eine GmbH unter dem Namen Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft eingebracht.
 
1975

Im Luisenpark und im Herzogenriedpark findet die Bundesgartenschau statt.

In den Planken wird eine Fußgängerzone eingerichtet; sie wird 1979 auf die Breite Straße zwischen Paradeplatz und Kurpfalzbrücke ausgedehnt.

Die Integrierte Gesamtschule Herzogenried wird eingeweiht.

 

1976
Mit dem Bau der Schnellbahnstrecke Mannheim-Stuttgart wird begonnen. 1991 wird der ICE-Linienverkehr aufgenommen der die Fahrzeit auf 40 Minuten verkürzt. Das Zentralinstitut für seelische Gesundheit in J 5 wird als Modelleinrichtung gemeindenaher psychiatrischer Versorgung und Forschung eröffnet.
 
1979
Die Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, 1978 aus der Akademie für Berufsberatungsfachkräfte hervorgegangen, wird im Neubau in Neuostheim eröffnet.
 
1980
Der MERC gewinnt die Deutsche Meisterschaft im Eishockey.
 
1983
Der Erweiterungsbau der Kunsthalle am Friedrichsplatz wird eröffnet.
 
1984

Das neue Planetarium an der Wilhelm-Varnholt-Allee wird eingeweiht.

Die SÜBA Freie Baugesellschaft mbH & Co. KG verlegt ihren Sitz nach Mannheim.

 

1985

Der Maimarkt, größte regionale Ausstellung für Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Industrie in der Bundesrepublik, findet erstmals auf dem neuen Gelände im Mühlfeld statt. Die Verlegung des Maimarkts ist eine wichtige Voraussetzung für die geplante Stadterweiterung im Osten.

Die westliche Einführung der Riedbahn wird eröffnet; die Rolle Mannheims als Intercity-Knotenpunkt wird dadurch gestärkt. Nach der Renovierung des Hauptbahnhofs (bis 1985) und der Einweihung des neuen Bahnhofspostamts (1987) wird seit 1993 auch der Bahnhofsplatz neugestaltet.

 

1986
Das private Rhein-Neckar-Fernsehen (RNF) sendet seine erste Regionalsendung im Rahmenprogramm von RTL plus.
 
1987
Nach langen Diskussionen und einem Bürgerentscheid (1986) wird mit dem Neubau eines Stadthauses auf dem Quadrat N 1 am Paradeplatz begonnen (1991 fertiggestellt). Die gleichzeitige Umgestaltung des Paradeplatzes wird 1993 mit der Wiederaufstellung der restaurierten Grupello-Pyramide abgeschlossen. Die Jüdische Gemeinde weiht ihr neues Gemeindezentrum mit Synagoge in F 3 ein.
 
1988
Der Erweiterungsbau des Reiß-Museums in D 5 für die Abteilungen Archäologie sowie Völkerkunde wird eingeweiht.
 
1989
Die Nahverkehrsunternehmen der Region und die Deutsche Bundesbahn schließen sich im Verkehrsverbund Rhein-Neckar zusammen, um durch ein einheitliches Liniennetz und gemeinsame Preisgestaltung den öffentlichen Personennahverkehr attraktiver zu machen.
 
1990
Das Landesmuseum für Technik und Arbeit wird eröffnet; 1992 wird es von der UNESCO als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet.
 
1993
Mit dem Bau der "B-Linie", einer Straßenbahnverbindung vom Hauptbahnhof über den Lindenhof nach Neckarau-West, beginnt die Mannheimer Verkehrsgesellschaft AG (MVG) ihre größte Neubaumaßnahme nach dem 2. Weltkrieg. Das Projekt ist Teil des Konzepts "MVG 2000", mit dem der öffentliche Personennahverkehr auf die Herausforderungen der Zukunft eingestellt werden soll. Mannheim zählt 325.152 Einwohner, davon 63.622 Ausländer (31.12.).
 
1994
Das umgebaute Carl-Benz-Stadion an der Theodor-Heuss-Anlage wird seiner Bestimmung übergeben. Der Fahrlachtunnel, der die Bahnlinie am Neckarauer Übergang unterquert und eine direkte Straßenverbindung von den Rheinbrücken zur Autobahn unter Umgehung der Innenstadt herstellt, wird in Betrieb genommen. Die Kulturmeile Mannheim, beginnend am östlichen Stadteingang, wird eröffnet.

 

Wer mehr wissen möchte über Mannheims Geschichte...

www.mannheim.de

Es gibt viel Wissenswertes – schließlich lassen sich die Wurzeln der Stadt bis in die Zeit um 500 n.Chr. zurückverfolgen, als die mächtig gewordenen Franken unter Chlodwig aus dem Geschlecht der Merowinger das Rhein-Neckar-Gebiet in Besitz genommen hatten. Eine schicksalsreiche und wechselvolle Geschichte liegt hinter der Stadt, die sich heute als moderne, aufgeschlossene Handels- und Industriestadt zeigt, deren Charakter und Mentalität vom Anspruch als "heimliche Hauptstadt der Kurpfalz" geprägt ist. Lernen Sie die über 1.200jährige Geschichte Mannheims kennen – und lernen Sie damit Mannheim und die Mannheimer besser verstehen....



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