Zeittafel der Quadratestadt

1700 - 1899

 

1700

 

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Für das neue Rathaus in F 1 wird der Grundstein gelegt. Seit
1705 fanden dort die Ratssitzungen statt. Die durch einen zentralen Turm mit dem Rathaus verbundene Untere Pfarrkirche St Sebastian wird 1710 geweiht.
 
 
 
 
1709
Die Festung Friedrichsburg wird mit der Stadt Mannheim vereinigt.
 
1720
Kurfürst Karl Philipp verlegt die Hofhaltung und die Staatsverwaltung von Heidelberg nach Mannheim und beginnt den Schloßbau (abgeschlossen 1760).
 
1725
In N 1 am Paradeplatz wird mit dem Bau des Kaufhauses nach Plänen von Alessandro Galli da Bibiena begonnen (vollendet 1747).
 
1728
Für Krämer und Handelsleute wird eine Zunftordnung erlassen. Sie sieht die Gründung einer Handlungsinnung vor, in deren Tradition die heutige Industrie- und Handelskammer steht.
 
1733
Mit den geänderten Stadtprivilegien erfolgt eine Neuorganisation der Stadtverwaltung. Der Grundstein zur Jesuitenkirche, der größten Barockkirche am Oberrhein, wird gelegt (vollendet 1760).
 
1741
Das wöchentliche "Mannheimer Frag- und KundschafftsBlat" erscheint als erste Mannheimer Zeitung.
 

1763

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Kurfürst Karl Theodor stiftet die kurpfälzische Akademie der Wissenschaften und 1775 die Deutsche Gesellschaft.
 
 
 
 
 
1774
Christian Meyer bezieht die neuerbaute Sternwarte.
 
1775
Ein Firmenverzeichnis nennt 15 Textilhandlungen und 56 Geschäfte für Spezereien. Eisen- und Kurzwaren.
 
1776
Goethe und Klopstock besuchen Mannheim. Die Stadt zählt über 25.000 Einwohner.
 
1777
Mozart, Lessing und Wieland weilen in Mannheim.
 
1778
Um die bayerische Erbschaft antreten zu können, muß Karl Theodor die Residenz nach München verlegen. Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg wird mit der Leitung des Nationaltheaters betraut, das der Kurfürst als Ausgleich für den Wegzug des Hofes in Mannheim bestehen läßt. Johann Christoph Michel gründet eine Krappfabrik (Farbstoff) an der Schwetzinger Straße, die bis in die 1850er Jahre besteht.
 

1782

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Friedrich Schillers Jugendwerk "Die Räuber" wird in Anwesenheit des Dichters uraufgeführt. Nach seiner Flucht aus Stuttgart verpflichtet Freiherr von Dalberg Schiller 1783-85 als Theaterdichter.
 
 
 
1785
Wolf Haium Ladenburg gründet eine Bank. die später in der Deutschen Bank AG aufgeht.
 
1790

Die erste Nummer des "Mannheimer Intelligenzblatts" erscheint. In seiner Tradition steht heute der "Mannheimer Morgen ".

Hirsch Levi Hohenemser gründet das zweite bedeutende jüdische Bankhaus, ebenfalls ein Vorläuferinstitut der Deutschen Bank AG.

 

1792
August Wilhelm Iffland, bereits seit 1779 als Schauspieler am Nationaltheater erfolgreich, wird zum Regisseur ernannt (bis 1796).
 
1795
Mannheim wird in den Koalitionskriegen von den Franzosen besetzt; bei der Rückeroberung durch österreichische Truppen erleidet die Stadt durch Artilleriebeschuß schwere Zerstörungen.
 
1799
Die Festungsanlagen werden geschleift (bis 1821).
1802
Mannheim fällt an Baden.
 
1808
Auf Bitte der badischen Erbgroßherzogin Stephanie wird der Schloßgarten angelegt (bis 1811).
 
1810
Das Oberhofgericht nimmt in Mannheim seinen Sitz (bis 1879).
 
1811
Die heutige Zählung der "Quadrate" mit Buchstaben und Ziffern wird eingeführt.
 
1815
Der österreichische Kaiser und der russische Zar halten sich zwei Tage in Mannheim auf.
 

1817

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Karl von Drais unternimmt mit seiner Laufmaschine (Vorläufer des Fahrrads) die erste Fahrt von Mannheim nach Schwetzingen.
 
 
 
 
1819
Der Burschenschaftler Karl Ludwig Sand ermordet aus politischen Gründen den Schriftsteller und russischen Staatsrat August von Kotzebue. Die Tat löst in den Staaten des Deutschen Bundes Unterdrückungsmaßnahmen gegen nationale und liberale Bestrebungen aus (Karlsbader Beschlüsse).
 
1822
 
Stadtdirektor Philipp Anton von Jagemann initiiert die Gründung der städtischen Sparkasse, heute Sparkasse Mannheim . Eine Volkszählung ergibt, daß weniger als 20.000 Einwohner in der Stadt leben.
 
1827
Paolo Giulini gründet eine chemische Fabrik in Wohlgelegen, die 1854 im Verein chemischer Fabriken Mannheim aufgeht.
 
1828
Am Rhein wird ein Freihafen eröffnet.
 
1831
Durch den Abschluß der ersten Rheinschifffahrtskonvention (Mainzer Akte) wird Mannheim bis 1910 Endpunkt der Großschiffahrt auf dem Rhein.
 
 
1833
 
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Der Verein für Naturkunde sowie der Kunstverein werden gegründet.
 
 
 
 
 
 

1834

An der feierlichen Grundsteinlegung für den Bau des Rheinhafens, der 1840 vollendet wird, nimmt Großherzog Leopold von Baden teil. Johann Konrad Reihle gründet eine Zuckerfabrik, die 1867 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird (heute Süddeutsche Zucker AG).
 
 
1836
Joseph Vögele produziert in seiner Schmiede Eisenbahngerät. Die aus diesen Anfängen entstehende Maschinenfabrik am Neckarauer Bahnübergang firmiert heute als Joseph Vögele AG.
 

1839

 

 

Das Nationaltheater wird in städtische Verwaltung übernommen. Es ist damit das erste kommunale Theater in Deutschland .
1840

Als erste badische Strecke wird die Bahnlinie Mannheim - Heidelberg eröffnet.

Als weitere höhere Lehranstalt nimmt die Bürgerschule den Unterrichtsbetrieb auf. Aus ihr geht 1869 das Realgymnasium hervor.

 

1842
Binnenschiffer und Kaufleute gründen die Mannheimer Dampfschleppschiffahrts-Gesellschaft. Bei der Neugründung 1862 übernehmen Großkaufleute die führende Rolle.
 
1843
Hector Berlioz dirigiert eigene Werke in Mannheim.
 
1844
Die Vereinigten Staaten von Amerika eröffnen nach Bayern (1831) und Württemberg (1837) ein Konsulat. 1905 haben 30 Konsulate hier ihren Sitz. Albert Lortzing leitet eine Aufführung seiner komischen Oper "Zar und Zimmermann" im Nationaltheater.
 
1845 
Einweihung der ersten festen Brücke über den Neckar.
 
1848
Friedrich Engelhorn sen. gründet eine Fabrik für Portativgas. Die Verwertung des Teerabfalls führt 1860 zum Aufbau einer Anilinfabrik, aus der 1865 die BASF hervorgeht. Diese behält trotz Errichtung der Fabrik in Ludwigshafen bis 1925 ihren Unternehmenssitz in Mannheim. Mannheim ist ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung. Aus der Quadratestadt kommen prominente gemäßigte Liberale wie Friedrich Daniel Bassermann, Karl Mathy und Alexander von Soiron, Männer der Mitte wie Lorenz Brentano, aber auch radikale Demokraten wie Karl Blind, Friedrich Hecker oder Gustav Struve.
 
1849
Nach Niederschlagung des badischen Volksaufstands werden zahlreiche Revolutionäre standrechtlich erschossen, so in Mannheim Karl Höfer, Valentin Streuber und Adolf von Trützschler.
 
1854
Eine französische Spiegelmanufaktur nimmt auf dem Waldhof die Produktion auf und errichtet eine Wohnsiedlung für ihre zunächst französischen Arbeiter (heute VEGLA Vereinigte Glaswerke GmbH Werk Mannheim-Waldhof).
 
1855
In F 2 wird eine neue Synagoge errichtet. Mannheim zählt wieder über 25.000 Einwohner.
 

1859

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Heinrich Lanz führt im Rahmen der Firma seines Vaters amerikanische und englische landwirtschaftliche Maschinen ein. Der damit verbundene Reparaturbetrieb bildet die Keimzelle der Maschinenfabrik Heinrich Lanz, die 1925 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wird (seit 1967 John Deere Werke Mannheim). Der Mannheimer Altertumsverein wird gegründet.
 
1862
Die Handelskammer beschließt die Errichtung einer Produktenbörse.
 
1863
Auf Privatinitiative wird eine Töchterschule als erste höhere Lehranstalt für Mädchen eröffnet. Aus ihr geht das heutige Elisabeth-Gymnasium hervor.
 
1866
Die Gesellschaft zur Überwachung und Versicherung von Dampfkesseln mit Sitz in Mannheim wird gegründet; aus ihr geht der heutige TÜV hervor.
 
1867
Die Rheinbrücke wird für den Eisenbahnverkehr eröffnet.
 
1868
Die revidierte Rheinschiffahrtsakte wird in Mannheim unterzeichnet. Die "Mannheimer Akte" bildet bis heute die Rechtsgrundlage der freien Rheinschiffahrt. Der lassalleanische "Allgemeine Deutsche Arbeiterverein" bildet eine Mitgliedschaft. Ein Jahr später sammeln sich die Anhänger W. Liebknechts und A. Bebels in einem örtlichen Verein der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" ("Eisenacher"). Beide Richtungen schließen sich 1875 zur SPD zusammen.
 
1869
Demokraten und Nationalliberale bilden Vereinsorganisationen. Während die Demokraten bis Mitte der 1880er Jahre dominieren, steigen seither die Sozialdemokraten zur stärksten politischen Kraft auf. Dennoch nehmen bis 1918 Nationalliberale auch in Mannheim die führende Stellung in der Kommunalpolitik ein.
 
1870
Die Badische Bank (seit 1978 Baden-Württembergische Bank) und die Rheinische Creditbank (1929 in der Deutschen Bank aufgegangen) werden gegründet.
 
1871
Als Spezialinstitut für Bodenkredit konstituiert sich die Rheinische Hypothekenbank.
 
1872

Der Ingenieur Carl Reuther und der Schlossermeister Karl Bopp gründen ein gemeinsames Unternehmen in der Neckarstadt (heute Maschinenfabrik Bopp & Reuther AG auf dem Waldhof).

Christian Friedrich Boehringer verlegt seine pharmazeutische Fabrik von Stuttgart nach Mannheim. Das heute als Boehringer Mannheim GmbH firmierende Unternehmen erhält für sein Analysegerät Reflotron den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft 1985 in Silber und wird 1990 vom Bundesverband der Deutschen Industrie für umweltorientierte Unternehmensführung ausgezeichnet.

Richard Wagner besucht Mannheim. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Musikalienhändler Emil Heckel den ersten Wagner-Verein Deutschlands ins Leben gerufen.

 

1873

Friedrich Julius Bensinger gründet die Rheinische Hartgummiwaren-Fabrik in Neckarau, die sich seit 1885 Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik nennt. Die spätere Schildkröt AG geht schließlich in der Braas & Co. GmbH Kunststoffwerk Mannheim (heute Braas Flachdachsysteme GmbH) auf.

Ein Mannheimer Konsortium gründet die Chemische Fabrik Rheinau, die 1886 in eine Aktiengesellschaft für Chemische Industrie umgewandelt wird. Ein Teil dieses Unternehmens wird 1912 von der Th. Goldschmidt AG übernommen.

 

1875
Der Mühlauhafen wird eröffnet.
 
1876
Der neue Hauptbahnhof an der Südostecke der Stadt wird anstelle des bisherigen, weiter nördlich (am heutigen Tattersall) gelegenen Personenbahnhofs in Betrieb genommen.
 
1877
Die chemische Fabrik Lindenhof Weyl & Co. wird gegründet. 1889 erwirbt sie das Gelände auf dem Waldhof, wo sich heute die Chemische Fabrik Weyl GmbH befindet.
 
1879
Die Mannheimer Versicherungsgesellschaft (heute Mannheimer Versicherung AG) wird gegründet.
 
1881
Der Fernsprechverkehr wird mit 47 Teilnehmern eröffnet.
 

1883

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Carl Benz gründet die Firma Benz & Co. Rheinische Gasmotorenfabrik, aus der die heutigen Motorenwerke Mannheim AG und die Mercedes-Benz AG, Werk Mannheim-Waldhof, hervorgehen.

Die 1880 gegründete Bauunternehmung Weiß & Bernatz siedelt nach Mannheim über. Sie firmiert seit 1892 als Grün & Bilfinger oHG (heute Bilfinger + Berger Bauaktiengesellschaft).

Die Eduard Kauffmann & Söhne GmbH gründet die erste Mannheimer Dampfmühle. Bis 1907 entstehen vier weitere Mühlen am Industriehafen. Aus einer kleinen Rübölfabrik entsteht die Mannheimer Ölfabrik AG, die sich mit anderen Unternehmen zum Verein Deutscher Ölfabriken zusammenschließt.

 

1884
Am Altrhein bei Sandhofen entsteht die Zellstoffabrik Waldhof, die später in der heutigen SCA HYGIENE PRODUCTS GmbH aufgeht.
 

1886

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Carl Benz läßt sein "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" patentieren und macht am 3. Juli seine erste Probefahrt: die Geburtsstunde des Automobils. Zwei Jahre später unternimmt Bertha Benz, die Frau des Erfinders, die erste Überlandreise nach Pforzheim mit dem "Patent-Motorwagen".

Dr. Otto Beck, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim von 1891 bis 1908

 

1889
Der von Gustav Halmhuber entworfene Wasserturm ist mit der Aufstellung der bekrönenden Figur der Amphitrite vollendet. Die zentrale Wasserversorgung, in deren System der Wasserturm als Druckausgleichsreservoir fungierte, war bereits 1888 in Betrieb genommen worden.
 
1890
Die Badische Tonröhrenfabrik AG in Friedrichsfeld wird gegründet. Das später Deutsche Steinzeugfabrik für Kanalisation und chemische Industrie genannte Unternehmen firmiert heute als Friatec AG Keramik und Kunststoffwerke. Das Bekleidungshaus Engelhorn & Sturm wird eröffnet.
 
1894
Der Luisenpark zwischen Neckar und Oststadt, benannt nach der Großherzogin, wird zur öffentlichen Benutzung freigegeben.
 
1895
Die Stadt erwirbt von Sandhofen die Friesenheimer Insel und beginnt mit dem Bau des Industriehafens.
 
1897
Der von privaten Finanziers und Firmen angelegte Rheinau-Hafen wird in Betrieb genommen. Die Rheinische Schuckert-Gesellschaft (heute Rheinelektra AG) wird gegründet. Die Eingemeindung Käfertals bringt das Industriegebiet Waldhof zu Mannheim. Die Stadt zählt nun über 100.000 Einwohner. Bis 1913 folgen die Eingemeindungen Neckaraus (1899), Feudenheims (1910) sowie Sandhofens und des Rheinau-Gebiets (1913). Die Gemarkungsfläche der Stadt vergrößert sich um fast 350 %.
 
1898
Eine private Ingenieurschule wird eröffnet. 1939 von der Stadt übernommen, geht die Ingenieurschule 1962 in staatliche Regie über (seit 1971 Fachhochschule für Technik).
 
1899
Die Sunlight GmbH (heute Lever GmbH Werk Mannheim-Rheinau) wird gegründet. Das städtische Elektrizitätswerk am Industriehafen nimmt den Betrieb auf.
 
1900-1994

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