IESMAL  FÜR  IMMER            

        von Ute und Hans-Jürgen S.

Eine wahrhaftige einfühlsame Liebesgeschichte, über Grenzen dicker Mauern und Vorurteilen hinweg.

Im April 1995 veröffentlichte eine deutsche Wochenendzeitschrift diese Kontaktanzeige:

Wer hat Angst vorm bösen Mann?

Er, 46 J., zur Zeit in Haft,

hat Sehnsucht nach starker Frau.

Einen Tag später setzte Ute F. sich an den Küchentisch ihrer gemütlich eingerichteten Wohnung in Gelsenkirchen Buer und schrieb ihren ersten Brief an den Unbekannten aus der Anzeige....

Hans-Jürgen sitzt wegen versuchten Bankraubs in Haft. Ute sitzt nach einer gescheiterten Beziehung zu Hause. Über eine Kontaktanzeige lernen sie sich kennen. Es entsteht ein intensiver Briefwechsel, in dessen Verlauf die beiden Menschen immer mehr voneinander preisgeben. Sie schildern einander ihr Leben, ihre Enttäuschungen, ihre Sehnsüchte. Sie lassen den anderen an ihrem Alltag teilhaben. 

So ganz nebenbei erfährt man Einzelheiten aus dem Leben hinter Gittern und aus der Vergangenheit der beiden Autoren. Dem Leser enthüllt sich ein spannendes, einfühlsames Portrait zweier Menschen, die Liebe suchen - und gefunden haben.

28.4.95......Hallöchen!

Ich habe Deine Anzeige in der Wochenend gelesen und dachte mir, dem schreibste mal. Mal gucken (lesen), was da so dahintersteckt?!......Mal sehen, ob ich Dein Interesse geweckt habe und Du Bock hast zu schreiben. Na?....Erstmal viele Grüße aus Gelsenkirchen...Ute.

Hagen, 3.7.95.....Hallo Ute!

.....Natürlich möchte ich wieder eine feste Beziehung eingehen, aber so was kann man nicht erzwingen. Aber ich glaube zu erkennen - an Deiner Art zu schreiben -, dass wir auf der gleichen Wellenlänge liegen......Gruß, Hans!

16.11.95.....Mein lieber Jürgen!

....Du hast recht, wir dürfen unsere Liebe nicht als selbstverständlich betrachten. Mir wird ganz schlecht, wenn ich daran denke, dass wir beinahe aneinander vorbeigelaufen wären (wegen Absagebrief). Aber ich wollte ja um Dich kämpfen. Das habe ich ja auch getan. Dabei habe ich noch nie um einen Mann gekämpft.....Zum Schluß noch eine Liebeserklärung an Dich: > Das kommt davon - wenn man sich einmal mit 'ner Jungfrau amüsiert. Hätt' ich auf mein Horoskop gehört, wär das alles nicht passiert.<......Ich freue mich auf morgen. In Liebe Deine Ute.

20.11.95.....Uteschatz, mein Liebling!

....und dann haben meine Gefühle die Grenzen gesprengt, die Grenzen dieser schrecklichen Mauern, die wir in Kürze hinter uns lassen. Ich schreibe mit voller Absicht >wir<....Ich liebe Dich, mein uteschatz. Mach Dir keine unnötigen Gedanken.Wir werden uns gegenseitig die nötige Achtung erweisen, weil Du und ich etwas ganz Besonderes sind!....Viele ganz lange zärtliche und innige Küsse. Dein Jürgen.

Zwei Menschen, er im Gefängnis, sie vom Leben enttäuscht, lernen sich durch eine Kontaktanzeige kennen. Nach einem intensiven Briefwechsel schöpfen sie neue Hoffnung und wissen: Wir sind füreinander bestimmt! Am 24.Mai 1996 heirateten Ute und Hans-Jürgen.....Es war ein schöner Tag und Jürgen hatte drei Tage Urlaub!....

 

 

LZHEIMER ...GEGEN DAS VERGESSEN

          von Louis Blank                            

Wer kennt ihn nicht, den typischen Satz: " Jaja, Alzheimer (Alzi)?....Hast wohl Alzheimer?..." Als Witz wird diese Aussagefloskel degradiert. Ist ja auch nie böse und ernst gemeint. Aber hat sich jemand schon mal Gedanken gemacht, wie ernsthaft diese Krankheit sein kann?

Lies dies folgende Buch....du wirst sicherlich in Zukunft eine lapidare Vergesslichkeit nicht mehr locker als "Alzi" bezeichnen.....

Die Krankheit hat sich leise in sein Leben geschlichen. Doch erst als er seine eigene Tochter nicht mehr erkennt, begreift Louis, dass er sich sofort untersuchen lassen muss. Für ihn und seine Frau beginnt nun der Kampf gegen dieses schreckliche Leiden.......

Als der 52jährige Louis Blank eines Tages nach Hause kommt, wundert er sich darüber, dass ihn Unbekannte mit seinem Namen ansprechen und eine wildfremde junge Frau ihm bis zu seiner Wohnung folgt. Doch als er ihr die Tür vor der Nase zuziehen will, drückt sie dagegen und sagt: "Ich wollte dich besuchen, Dad." Da wird ihm klar, dass er dringend zu einem Arzt gehen muss.

Die Diagnose lautet >Alzheimer<, eine Krankheit, die zu den heimtückischsten und geheimnisvollsten unserer Zeit gehört. Zunächst sieht es so aus, als ob es keinerlei Hoffnung für Louis mehr gibt, als ob sein Leben vorbei sei. Aber er nimmt den schweren Kampf gegen das Vergessen auf, einem Kampf, der die ganze persönliche Stärke von ihm und seiner Frau fordert - und manchmal noch mehr.....

Die Lektüre dieses Buches von L.Blank lohnt sich! Es ist leicht zu lesen und enthält außer den Erfahrungen und Erlebnissen von Louis eine Reihe nützlicher Informationen.

Die Alzheimerische Krankheit ist keine angenehme Krankheit. Besochers für Angehörige und die betreuenden Personen ist es schwer, denn sie lieben den Menschen und sie können nichts tun, nur zusehen. Gibt es Heilungschancen? Louis glaubt fest daran, dass er aus eigenen Kräften genesen ist, und dieses Buch beschreibt seine Therapie. In seiner Beweisführung steckt ein logischer Kern.

....."Gute Nachrichten von Colin!" "Wie bitte?" "Ich sagte, gute Nachrichten von Colin. Er wird nächste Woche entlassen." Ich überlegte, wer wohl dieser Colin war und wo er entlassen wurde. Vielleicht aus dem Gefängnis?....Ich überlegte auch, wer dieser Don war, den er vorher erwähnt hatte. Ich kannte niemanden mit diesem Namen. Beim Weggehen rief er mir noch nach: "Also bis bald, Louis. Pass auf dich auf!" "Das ist aber merkwürdig, dachte ich mir. Woher kennt er meinen Namen?....

....Oft muss ich alles stehen und liegen lassen, wenn er etwas will, denn er hat für nichts mehr Geduld. Dr. Sherpa schärfte mir ein, mich mit ihm nicht zu streiten oder ihn anzuschreien. Ich versuchte das, aber manchmal möchte ich wirklich losbrüllen...

....Wenn ich an all die Jahre zurückdenke, glaube ich, dass Louis schon länger krank ist als ich zuerst dachte. Ich erinnere mich an einen Abend, als er von einem Roundtable-Essen nach Hause kam. Er trug ein ungewöhnliches kastanienbraunes Seidenhemd mit einer roten Krawatte, die überhaupt nnicht miteinander harmonierten. Ich hatte Louis noch nie mit solch einem Hemd gesehen. Louis trug normalerweise einfache weiße Hemden. Aber irgendwie kam mir das Hemd bekannt vor. Und dann fiel bei mir der Groschen: es war gar kein Hemd...er war in seinem Pyjamaoberteil fortgegangen.....

....Ich weiß nicht, ob ich alle meine verlorenen Erinnerungen wiedererlangen werde. Einige Dinge, speziell Dinge sprachlicher Natur, sind anscheinend für immer verschwunden. Andere Kenntnisse kommen allmählich wieder. Erinnerungen haben für mich tiefe und befriedigende Bedeutungen. Die Alzheimer-Krankheit greift das Erinnerungsvermögen an. Kurz zurückliegende Ereignisse werden zuerst verloren und allmählich die länger zurückliegenden. Die Erinnerung an Ereignisse aus meiner Kindheit war mir zwei Jahre lang unmöglich gewesen....

Louis Blank, geboren 1937, wuchs in Manchester und London auf. 1955/1956 leistete er seinen Wehrdienst in Kenia während des Mau-Mau-Aufstandes ab. Zunächst arbeitete er als Verkäufer und Geschäftsführer in der Schuhbranche. 1959 heiratete er seine Frau Sylvia. Seit 1965 war er als erfolgreicher Verkäufer für verschiedene Arbeitgeber auf Provisionsbasis tätig. Seine Frau bemerkte bereits 1980 erste Anzeichen für eine nachlassende Konzentrationsfähigkeit, aber die >Alzheimer Krankheit< wurde erst 1990 endgültig bestätigt.

 

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